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Erfahrungsbericht für Temi

Beschreibung für die Einsatzstelle Temi der Entsendeorganisation Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. vom November 20161

Typischer Tagesablauf

Unser Aufgabenfeld war sehr breit und damit abwechslungsreich angelgt. Eine der Hauptaufgaben bestand in der Förderung von Bewohnern mit schwererer Behinderung, sowohl in Einzel- als auch in tägl. Gruppenstunden. Dieser Gruppe von ca. 10 Menschen haben wir auch morgens vor dem Frühstück beim Abtrocknen und Zähneputzen geholfen.
Daneben haben wir regelmäßig Spiel-,Mal- und Bastelaktionen sowie Ausflüge/Wanderungen für die Kinder und Menschen mit leichterer Behinderung angeboten.
Daneben gibt es den großen Bereich der Gartenarbeit, der jedoch von der Aufwandsintensität stark jahreszeitlich abhängig ist. Da TEMI ein eigenes Weinfeld besitzt und selbst Wein herstellt, sowie ein Gewächshaus und viele Felder, gibt es viele Großeinsätze mit der ganzen Gemeinschaft, die immer sehr viel Spaß gemacht haben.
Nebenher sucht sich jeder noch sein Feld, dass ihm liegt und Spaß macht, so habe ich sehr gern mit einigen Bewohnern gewebt, einer Bewohnerin englisch unterricht gegeben und bin mit einer kleinen Gruppe in den Garten gegangen.
Der Tagesablauf ist demnach je nach Freiwilligengruppe unterschiedlich und wurde zusammen mit der Einsatzstelle am Anfang besprochen. Für die Mädchen geht es früh morgen zw. um sieben und um acht zum Abtrocknen und Zähneputzen der Bewohner. Frühstück ist halb zehn, Mittag gegen halb/um zwei und Abendbrot um sieben.

Fachliche Unterstützung

Die Freiwilligen werden, wenn es zeitlich passt, von ihren Vorfreiwilligen eingearbeitet. Diese Hilfe empfanden wir als sehr angenehm, um sich überhaupt erst einmal zu orientieren, was es für Aufgabenbereiche für Freiwillige in der Gemeinschaft gibt. Daraufhin kann sich jede Gruppe auch etwas nach ihren individuellen Wünschen einbringen. Sonst gibt es leider ganzjährig keine ausgebildete Fachkraft vor Ort, die Einrichtung hat uns Unterstützung angeboten, doch in Georgien ist gerade das Feld der Heilpädagogik bei weitem noch nicht so etabliert. Für uns Freiwillige bedeutete das sehr viel selbstständiges Arbeiten, am Anfang etwas schwierig. Doch wir konnten schätzen, dass wir dadurch auch freie Hand hatten und vieles Ausprobieren durften, Ausflüge unternehmen durften.

Unterkunft

Wir haben in der Einrichtung gewohnt, genau mitten im Gewusel und Geschehen. Ich habe mir ein Zimmer mit zwei meiner Mitfreiwilligen geteilt. Die Privatsphäre ist schon deutlich eingeschränkt, aber der Riegel an unserer Tür hat uns immer wieder auch Rückzug ermöglicht. Zudem ist das Gelände sehr groß und es gibt viele schöne Ecken, oder den Wald und die Beginnenden Berge hinter dem Haus.

Lernerfahrung

Ich habe gelernt, dass mir die Arbeit mit Menschen sehr viel Freude macht und auch das Leben in der Gemeinschaft wunderschön war. Gleichzeitig weiß ich nun, dass ich später Arbeit und Freizeit lokal getrennt haben möchte, da ich mir sonst nur schwer ersteres nehmen kann.
Das selbstständige Arbeiten ermöglicht, viele Sachen auszuprobieren und selbst zu merken ob etwas funktioniert oder mir Spaß macht.

Eigenschaften, die ein/e Freiwillige/r für diese Einsatzstelle mitbringen sollte

Weiterempfehlung: Ja

Ich kann meine Einsatzstelle an alle die weiterempfehlen, die eine Gemeinschaft und bereit sind in ihr ein Jahr zu leben. Ihr feiert nicht nur Weihnachten und Ostern (natürlich nur, wenn ihr wollt) mit dieser großen Familie, sondern auch jede Mahlzeit und Arbeit. Zudem sollte euch bewusst sein, dass ihr Großteils selbstständig arbeitet.
Für mich ist TEMI zu einer zweiten Familie geworden und ich freue mich schon, sehr bald zurück zu besuch zu fahren.

1Datum der Bewertung, nicht des Einsatzes!