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Erfahrungsbericht für Fundación Arbol de la Esperanza

Beschreibung für die Einsatzstelle Fundación Arbol de la Esperanza der Entsendeorganisation Arbol de la Esperanza vom April 20191

Typischer Tagesablauf

Ich bin bin morgens zum Wecken und Frühstückmachen aufgestanden. Morgens wurde gemeinsam gefrühstückt, ich habe mit den Erzieher*innen die Wohngruppe geputzt und Kinder zu Schule begleitet. Vormittags waren manchmal Kinder zuhause, mit denen ich Schulaufgaben und Freizeitaktivitäten gemacht habe. Außerdem waren die wöchentlichen Teamsitzungen. Ab und zu hatten wir morgens auch frei. Zum Mittagessen habe ich wieder einige Kinder von der Schule geholt und das Mittagessen in die Wohngruppe gebracht. Nach dem Essen wurden Hausaufgaben gemacht, wobei ich so gut wie möglich unterstützt habe, vor alleim bei Englisch und Mathe. Später am Nachmittag konnte ich oft noch mit einigen Kindern raus Fußballspielen oder drinnen ein Spiel spielen oder einen Film schauen. Dann war ich für das Abendessen verantwortlich und für das Beaufsichtigen des Zähneputzens. Oft habe ich den KLeineren aus meiner Wohngruppe noch eine Geschichte vor dem Einschlafen vorgelesen und dann noch ein bisschen Zeit mit den Älteren, die noch wach waren verbracht. Abends habe ich meistens noch Brot für den nächsten Tag gekauft und falls nötig noch Sachen erledigt wie Müll wegbringen oder letzte Besorgungen machen. Häufig saßen wir nach der Arbeit noch eine Weile mit den Erzieher*innen zusammen. um uns noch ein bisschen zu unterhalten. Alle zwei Wochen habe ich morgens mit einer Erzieherin für alle gekocht. An den Wochenenden beginnt der Tag später. Ich habe dann den ganzen Tag mit den Jungs verbracht. Wir haben immer restliche Hausaufgaben erledigt, viel gespielt und ab und zu einen Ausfulg in den Park/Kino/Schwimmbad... unternommen.
Ich war die meiste Zeit unterstützend tätig. Es ist immer ein*e Erzieher*in mit einem in der Wohngruppe und ich habe Aufgaben, wie putzen, kochen, Wäsche waschen, erledigt, um dem*der Erzieherin Arbeit ab zu nehmen. Mit den Jungs konnte ich mir aber auch eigene Aktionen überlgegen, zum Beispiel mal was basteln oder mit ein paar Jungs Fußball spielen gehen. Einige Sachen habe ich auch ohne ein*e Erzieher*in gemacht, zum Beispiel ein paar Kinder zu Schule bringen, Familienbesuche mit ein oder zwei Jungs oder Arztbesuche. Ansonsten habe ich vor allem bei den Hausaufgaben viel mitgeholfen und Nachhilfe mit einigen Jungs gemacht.

Fachliche Unterstützung

In der Wohngruppe war immer ein*e Erzieher*in, die ich bei Problem fragen konnte. Außerdem hatten wir einmal in der Woche Sitzung mit der Heimleiterin, die auch Deutsche ist, und mit der wir auch reden konnten. Wenn sie zu beschäftigt war, gab es außerdem noch eine andere deutsche Erzieherin, die uns immer viel erklärt hat und mit der wir gut über Schwierigkeiten reden konnten.

Unterkunft

Ich habe mir mit meiner Mitfreiwilligen eine kleine Wohnung geteilt. Unsere Küche hat unser dritter Mitfreiwilliger an seinen freien Tag auch mitgenutzt. Die Wohnung liegt auf dem Heimgelände aber in einem Nebengebäude, so hatten wir schon Privatssphäre, aber wir waren auch sehr nah am Heim dran.

Lernerfahrung

Ich habe viel über das Zusammenleben mit Kindern und Jugendlichen gelernt. Am Anfang habe ich viele Verhaltensweisen nicht verstanden, die von den traumatischen Erfahrungen vieler Jungs herrühren. Dabei musste zunächst vor allem lernen, dass ich bei solchen Kindern und Jugendlichen oft nicht selber Schuld bin, wenn ein Junge anders reagiert als ich es erwartet oder mir gewünscht hätte. Außerdem habe ich viel über mich selbst gelernt, was ich leisten kann und was nicht, wo meine Belastbarkeitsgrenzen sind und wo ich auf mich achten muss. Andererseits habe ich auch gelernt, dass es sich lohnen kann, für Sachen, mit denen ich am Anfang nicht zufrieden war zu kämpfen und Dingen eine zweite Chance zu geben. Bei der Arbeit in den Wohngruppen habe ich mit den Erzieher*innen außerdem viel über Teamwork gelernt, zum Beipsiel wo man sich Arbeit teilen oder abnehmen kann Von ihnen konnte mir auch viel über den Umgang mit den Jungs abgucken.

Eigenschaften, die ein/e Freiwillige/r für diese Einsatzstelle mitbringen sollte

Weiterempfehlung: Ja

Ich würde den Árbol für alle weiterempfehlen, die eine Stelle suchen, in der sie sehr eng eingebunden werden, bei der es während des Dienstes also wirklich hauptsächlich um die Arbeit geht. Ich habe sehr viel gearbeitet während meines Freiwilligendienstes und hatte wenig andere Dinge in Quito. Dazu kommt, das man als Freiwillige im Projekt wohnt. Natürlich kann man an der freien Tagen verreisen oder für eine Nacht in ein schönes Hostel fahren, um mal vom Heim weg zu kommen. Aber ansonsten ist man eben doch immer da und kriegt alles mit. Für mich war das genau richtig. Dadurch, dass man dort wirklich den ganzen Tag mit den Kindern verbringt, mit ihnen im gleichen Gebäude wohnt und sogar mehr Zeit da ist als die meisten Erzieher*innen entwicken sich tiefe Beziehungen. Ich habe mich im Árbol sehr schnell richtig zuhause gefühlt, gerade weil ich so viel Zeit dort verbracht habe. Man wird ein Teil des Projekts und ist auch an den freien Tagen immer zum Essen oder zu einer Partie Fußball willkommen. Wie besonders meine enge Beziehung zum Árbol ist, habe ich auch gemerkt als ich zwei Jahre später nochmal zu Besuch kam und es völlig selbstverständlich war, dass ich wieder dazugehöre, dass ich ein Zimmer kriege und immer bei allem dabei sein kann und sich alle über eine helfende Hand gefreut haben.

1Datum der Bewertung, nicht des Einsatzes!